Material Compliance

Die Material Compliance umfasst grundsätzlich alle gesetzlichen und auch kundenspezifischen Reglementierungen von Stoffen in Produkten.

Alle relevanten Bestimmungen sind in unserer „Richtlinie zum Verbot und zur Deklaration von Inhaltsstoffen“ zusammengefasst.
Diese Richtlinie unterstützt die Zollner Elektronik AG und ihre Lieferanten beim verantwortungsvollen und umweltgerechten Umgang mit Stoffen und Erzeugnissen in der Entwicklung, Herstellung, Verwendung und Abfallentsorgung.

Die Richtlinie trägt dazu bei, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung sicherzustellen.
Diese gilt insbesondere für alle Lieferanten der Zollner Elektronik AG unabhängig von ihrem Lieferland.
Als EMS ist die Zollner Elektronik AG mit ihren Kunden schwerpunktmäßig von folgenden Regelungen betroffen:

RoHS (2011/65/EU)

Diese RoHS-Richtlinie regelt die Verwendung von als gefährlich eingestuften Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten. Seit ihrem Inkrafttreten im Jahr 2006 waren folgende 6 Stoffe betroffen:

 

Ab dem 22.07.2019 werden durch den Anhang (2015/863/EU „RoHSIII“) auch die Stoffe DEHP, BBP, DBP und DIBP unter der RoHS verboten. Da diese unter REACH bereits zum 21.02.2015 verboten waren, sind hier keine relevanten Auswirkungen zu erwarten.

 

Auf Endproduktebene sind von diesen Regelungen inzwischen praktisch alle Kunden betroffen. Ausgenommen sind nur noch Kunden aus den Branchen Verkehrsmittel, Luftfahrt und Militär sowie Geräte für ortsfeste Großanlagen. Für Automotive gilt die Altautorichtline (ELV), die mit RoHS vergleichbar ist.

Auf Bauteilebene gibt es ebenfalls Ausnahmen, u.a. für die Verwendung von Blei, die grundsätzlich für alle Kunden gelten. Hauptsächlich relevant sind die RoHS-Ausnahmen 6 und 7. Geltend gemacht werden diese Ausnahmen hauptsächlich bei Widerständen, diskreten Halbleitern (Dioden, Transistoren) mit höheren Strömen und Steckverbindern mit Messing. Im mechanischen Bereich liegt der Schwerpunkt bei Messingteilen sowie  Automaten-Stahl und -Aluminium mit einem Bleianteil >0,1 %. Diese Ausnahmen wurden 2018 vorläufig verlängert bis zum 21.07.2021. Erneute Verlängerungsanträge werden erwartet bis zum 21.01.2020.

Durch die Beschränkung der Verwendung von Blei wurden bei Zollner bereits ab 2006 die Lötprozesse auf bleifreies Löten umgestellt. Dadurch musste ein Großteil der Lötanlagen ausgetauscht oder umgerüstet werden.

China RoHS

Durch diese Regulierung werden grundsätzlich auch die gleichen 6 ursprünglichen Stoffe der europäischen RoHS beschränkt. Da es hier jedoch keine Ausnahmen auf Komponentenebene gibt, ist im Regelfall davon auszugehen, dass bei elektronischen Geräten Blei über den Grenzwerten im homogenen Material einiger Bauteile vorliegt. Die Zollner Elektronik AG rechnet mit einer umweltfreundlichen Nutzungsdauer von mindestens 25 Jahren.

REACH (EG)1907/2006

REACH (EG)1907/2006

Verordnung (EG) 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe („REACH“)

„REACH“ steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals.

Am 1. Juni 2007 trat die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Be­schränkung chemischer Stoffe („REACH“) in Kraft. Dies bedeutet Folgendes:

 

- Registrierungspflicht für Hersteller und Importeure in die EU von chemischen Stoffen

- Bereitstellung von Sicherheitsdatenblättern

- Meldepflicht von SVHC (laut Kandidaten-Liste), wenn diese um mehr als 0,1 % im Bauteil enthalten sind

- Verbot von Stoffen nach Aufnahme in den Anhang XIV und Ablauf des „Sunset date“ (z. B. CrVI. CAS 1333-82-0: 21.09.2017).

 

Die Liste der betroffenen SVHC wird jährlich 2 x aktualisiert und ist unter diesem Link abrufbar:

https://echa.europa.eu/candidate-list-table

 

Seit Inkrafttreten dieser Gesetzgebung weist die Zollner Elektronik AG alle Lieferanten auf die Informationspflicht nach Artikel 33 hin und berücksichtigt die Gesetzgebung in den Lieferantenverträgen.

Sämtliche Meldungen über SVHC werden zentral erfasst, die betroffenen Komponenten im SAP gekennzeichnet und die Kunden über PCN informiert.

Der Schwerpunkt einzelner SVHC-Meldungen lag bis Mitte 2018 bei Kunststoff- und Gummiteilen wie Isolierbändern, Folien, O-Ringen und Schläuchen.

Des Weiteren sind grundsätzlich alle Lithium-Batterien vom SVHC EGDME (CAS: 110-71-4) und Relais mit CdO-Kontakten vom SVHC CADMIUMOXIDE (CAS 1306-19-0) betroffen.

Am 27.06.2018 wurde Bleimetall als neuer Stoff in die SVHC-Liste aufgenommen.

Alle bleihaltig gelöteten Produkte und nicht RoHS-konforme Komponenten enthalten im Regelfall Blei über den Grenzwerten.

Auch alle Komponenten, die eine RoHS-Ausnahme beanspruchen – mit Ausnahme von Glas- und Keramikbauteilen – sind grundsätzlich von der Meldepflicht nach REACH-Artikel 33 betroffen. Ein Schwerpunkt im Bereich elektronischer Komponenten liegt hier bei diskreten Halbleitern (Dioden, Transistoren) mit höheren Strömen und Steckverbindern mit Messing. Im mechanischen Bereich liegt der Schwerpunkt bei Messingteilen sowie  Automaten-Stahl und -Aluminium mit einem Bleianteil >0,1 %.

Da bei Zollner mehrere 1000 Komponenten betroffen sind, ist die Erfassung über einzelne Lieferanten-Meldungen nicht möglich. Die Ermittlung erfolgt bei elektronischen Komponenten über externe Datenbanken anhand der RoHS-Ausnahmen-Kennzeichnung. Bei mechanischen Komponenten ist im Regelfall die Erfassung des Werkstoffs erforderlich, um einen Bleianteil von >0,1 % feststellen zu können.

Die 4 Stoffe DEHP, BBP, DBP und DIBP, deren Verwendung unter RoHS ab 21.07.2019 beschränkt wird, wurden unter REACH ab 2008 als SVHC erfasst  und zum 21.2.2015 durch die Aufnahme in den Anhang XIV ohne Sonderzulassung verboten. Ein Restrisiko besteht in diesem Fall nur bei Lagerteilen oder Produktionen im Ausland.

Die durch die REACH-Gesetzgebung eingetretenen Stoffverbote gelten im Gegensatz zur RoHS für alle Branchen.

ELV (2000/53/EG) Altautorichtlinie

Durch die Deklaration von Inhaltsstoffen soll die Wiederverwertungsrate von Altfahrzeugen erhöht werden.

 

Für die Kunden aus dem Automotive-Bereich erstellt Zollner seit mehr als 10 Jahren IMDS-Einträge. In diesem System deklarieren Zollner und die Lieferanten aller relevanten Zukaufteile die Inhaltsstoffe der Komponenten. Hier werden seit über 5 Jahren auch die Restbleigehalte einzelner Komponenten berücksichtigt. Durch die IMDS-Einträge wird zugleich die Konformität mit der GADSL (Automotive-spezifische Stoffverbotsliste) sichergestellt.