Feuerwehren haben es, Sicherheitsorgane haben es, Gebäudeprüfer haben es, Zollner hat es!
Gemeint ist ein Temperaturmesssystem, welches eine bildgebende und vor allem auch berührungslose Information zur Lokalisierung von ungewollten Temperaturunterschieden liefert. Die erwähnte bildgebende Information wird als sogenanntes Wärmebild dargestellt, welches uns eine Infrarotkamera liefert. Die Anwendungen sind uns allen wohlbekannt: Die Feuerwehr sucht damit nach Wärmenestern in Gebäuden, die Polizei sucht nach vermissten Personen und Gebäudeprüfer suchen nach undichten Fenstern. Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Wärmebildmessung sind vielfältig.
Welche Anwendungen finden sich nun bei Zollner?
Verwendungsmöglichkeiten finden sich in allen Bereichen: Mit der Infrarot-Kamera werden u. a Temperaturüberhöhungen an Baugruppen gesucht und so der Fehler eingegrenzt. Oder es werden nicht mehr sicher schaltende Sicherungen in Schaltkästen lokalisiert. Weitere Anwendungen finden sich in der Mechanik im Spritzguss, wie z. B. die Untersuchung der Wärmeverteilung an Werkzeugen. Anhand der Bildinformation kann schnell ein örtlich erhöhter Temperaturunterschied festgestellt werden.
Was ist Infrarot und warum Infrarot?
Infrarotstrahlung ist umgangssprachlich Wärmestrahlung, die aber in einem für unser Auge nicht sichtbaren Bereich liegt [Infrarot heißt unterhalb von Rot]. Infrarotstrahlung wird immer dort emittiert, wo Wärme entsteht, z. B. bei Bränden, an schlecht schaltenden Kontakten oder an zu hoher elektrischer Belastung von elektrischen Bauteilen. Eine Infrarotkamera macht also Wärme sichtbar. Das abgebildete Farbspektrum verdeutlicht den Spektralbereich von infrarotem Licht über den sichtbaren Bereich bis hin zum ultravioletten Licht. Die in der Praxis bewährte Zahlenzuordnung in Nanometern ergibt sich rechnerisch aus dem Wellencharakter der Strahlung. Eine Infrarotkamera erfasst keineswegs den gesamten Infrarotbereich, sondern immer nur einen kleinen Ausschnitt, z. B. 5000 bis 10000 Nanometer. Andere Kameras messen bei 2000 Nanometern. Je nach Anwendungsgebiet sind unterschiedliche Bereiche vorteilhaft.
Anwenderwissen ist notwendig
Um mit einer Infrarotkamera verwertbare Ergebnisse erzielen zu können, braucht man ein gesundes Maß an Anwenderkenntnis. Eine Infrarotkamera misst nämlich ausschließlich die Temperatur, die an der Oberfläche eines Körpers abgestrahlt wird. Die Intensität der Oberflächenstrahlung ist maßgeblich für die Farbgebung im Infrarotbild. Unterschiedliche Oberflächen strahlen aber trotz gleicher Temperatur mit unterschiedlicher Intensität. So hat eine schwarze Oberfläche eine völlig andere [höhere] Strahlintensität als eine blanke metallene Oberfläche. Deshalb ist, abhängig von der Oberfläche, ein Korrekturfaktor, genannt Emissionsfaktor „Epsilon“, notwendig, den man vor der Messung ermitteln und der Kamera mitteilen muss. Die Wärmebildmessung fordert weitere Handhabungsanweisungen, die zu beachten sind.
Die Wärmefluss-Thermografie
Ein weiteres Verfahren der Infrarotmessung ist die Wärmefluss-Thermografie. Hierbei wird ein Prüfling von außen mit einer starken Blitzlichtlampe kurzzeitig erwärmt. Eine sehr schnelle Infrarotkamera nimmt den nun folgenden Wärmeabfluss, der in Bruchteilen einer Sekunde passiert, auf. Bei einer schadhaften Stelle wie Bruch oder fehlender Schweißnaht bildet sich ein Wärmestau, der sich in hundertstel Sekunden und hundertstel Grad Differenztemperatur abbildet. Für die Wärmefluss-Thermografie ist bei Zollner keine Messeinrichtung vorhanden. Die Leistung kann aber durch externe Labore abgerufen werden.
Wer stellt die interne Dienstleistung Wärmebildmessung zur Verfügung?
Diese Dienstleistung wird durch den Bereich Analysetechnik AT bereit gestellt. Hier gibt es auch die notwendige Hilfestellung zum fachgerechten Einsatz der Wärmebildkamera. |